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geschrieben am 14.03.2017

Gotha, der „Opa von Europa“ und wir

Stolze

Seit 1993 trägt das Bundesland Thüringen die amtliche Bezeichnung „Freistaat“. Hat dieser Begriff heute zwar keine rechtliche Bedeutung, so lässt er sich doch übersetzen als „ein von Monarchen freier Staat“. Doch so war es in Thüringen nicht immer. Bis 531 existierte bereits das Stammeskönigreich der Thoringi (der Thüringer). Im 7. Jh. kam es durch das älteste bekannte Königsgeschlecht der Franken, der Merowinger, zur Gründung des Herzogtums Thüringens. Dem fränkischen Adelsgeschlecht der Ludowinger, die große Teile Thüringens in der weiteren Entwicklung unter Kontrolle hatten, gehörte Ludwig der Springer an, der um 1067 die Wartburg bei Eisenach errichten ließ. Seine Nachfahren wurden im 12. Jh. von Kaiser Lothar von Supplinburg zu Landgrafen von Thüringen erhoben. Erwähnenswert sind auch die Wettiner. Dem Weimarer Zweig der ernestinischen Wettiner entstammte Ernst der Fromme (Ernst I.), im 17. Jh. Herzog von Sachsen-Gotha und heute liebevoll als „Opa von Europa“ bezeichnet.

Unter seiner Herrschaft wurde der Grundstein für Schloss Friedenstein gelegt, womit der spätere Gründer des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg seinen Friedenswillen demonstrieren wollte. Er galt als sozial eingestellt und für seine Zeit sehr fortschrittlich. U. a. führte er die Schulpflicht ein und stellte das Gesundheitswesen unter staatliche Aufsicht. Er gilt als Urvater der ernestinischen Linie Sachsen-Gotha und eines mächtigen europäischen Adelsstammbaumes. Die Königshäuser in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden und Norwegen haben ihre Wurzeln in Gotha, wenn auch in Großbritannien seit 1917 unter dem Namen Haus Windsor. Die Gothaer Stadtväter und Einwohner sind sehr stolz auf diesen historischen Hintergrund und der Slogan „Gotha adelt“ ist seit Jahren aus der einstigen Residenzstadt gar nicht mehr wegzudenken.

Seit fast dreihundertfünfzig Jahren also thront die größte frühbarocke Schlossanlage Deutschlands, in der Sie während unserer 8-Tage-Seniorenreise eine Führung erhalten, hoch über Gotha, auch gern „Barockes Universum Gotha“ genannt, mit weitläufigem Park, wunderschönem Orangeriegarten, bedeutendem Herzoglichen Museum, das 2013 durch Königin Silvia von Schweden neu eröffnet wurde, und seit Anbeginn auch mit dem Ekhof-Theater . Es ist weltweit das einzige Theater mit einer noch funktionierenden Bühnentechnik aus dem Jahre 1683. Schloss Friedenstein steht auf dem 331 Meter hohen Schlossberg und schaut auf eine Stadt hinab, die auf eine jahrhundertealte und spannende Geschichte zurückblicken kann. Beim Gothardusfest am ersten Wochenende im Mai oder beim Barockfest am letzten Wochenende im August wird sie wieder sehr lebendig.

Im 18. Jh. wurde der geografische Verlag Perthes in Gotha gegründet, hier später unter dem Namen Haack geführt. Mit Atlanten und Schulkarten aus Gotha haben Sie gelernt! Eine Straße ist in Gotha nach Justus Perthes benannt und in der Nr. 5 das Perthesforum mit dem Thüringischen Staatsarchiv Gotha, umfangreichen Sammlungen u. v. m. 2015 eröffnet worden. 1829 gründete Ernst-Wilhelm Arnoldi als Vater des deutschen Versicherungswesens die Gothaer Lebensversicherungsbank und 1875 fand im Tivoli die Gründung des Vorläufers der SPD, der SAP, statt. Eisenbahnwaggons und Flugzeuge, wie die im ersten Weltkrieg gefürchteten „Gothas“ wurden in Gotha gebaut, und zwar in der Gothaer Waggonfabrik. Gotha verfügte sogar über einen eigenen Luftschiffhafen und Zeppeline landeten hier auf der Durchreise. Heute hat die mehr als fünfundvierzigtausend Einwohner zählende Stadt eine wachsende Wirtschaftskraft zu verzeichnen. In verschiedenen Gewerbegebieten sorgen zahlreiche Firmen für Arbeitsplätze.

Wer gut einnimmt, kann auch gut ausgeben und für einen entspannten Einkaufsbummel und Betrachten schön restaurierter historischer Häuserzeilen ist Gothas Innenstadt geradezu prädestiniert. Idealer Treffpunkt für solch Aktivitäten ist meist der Marktplatz. Gotha hat sogar zwei. Nach dem Schloss das wohl schönste Gebäude der Stadt steht am Hauptmarkt: das wunderbare Renaissance-Rathaus mit Inschriften und Schmuckelementen. Neben ihm befindet sich die sehenswerte Innungshalle, in der die Gothaer Versicherungsgeschichte ihren Anfang nahm. Auf dem Gothaer Neumarkt erhebt sich die Kirche St. Margarethen , größtenteils wie wir sie heute sehen noch aus dem 16. Jh. Viele Gebäude in der einstigen Residenzstadt verdienten es, unter Denkmalschutz gestellt zu werden, wie das Maria-Magdalena-Hospital mit seiner spannenden Geschichte oder das ehemalige Winterpalais, nach Protesten selbst aus dem Ausland doch nicht abgerissen, sondern als Stadtbibliothek 2014 wiedereröffnet.

Über unsere Tage wird man schreiben, dass täglich viele Touristen den Ort der Residenz des „Opa von Europa“ kennenlernen wollten und nach Gotha kamen, in Herbergen freundlich aufgenommen wurden und die Senioren des SKAN-CLUB 60 plus es besonders gut getroffen hatten: Sie residierten und residieren im einzigen Hotel der Stadt, das über ein Hallenbad verfügt. Sehr wohl fühlen sie sich in dem Ende des 20. Jh. errichteten MORADA Hotel Gothaer Hof. Es strahlt Moderne aus und Gemütlichkeit zugleich. Alles ist hell und freundlich eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail, mit Aufzug und Sauna und mit zeitlos ausgestatteten Zimmern. Man wird berichten über den schönen Salon, in dem die Senioren speisen, der so etwas Nostalgisches an sich hat mit seinen hohen Fenstern und der hölzernen Deckenkonstruktion, die man nicht alle Tage sieht. Man wird berichten über die schmackhaften Mahlzeiten, über den Plausch an der kleinen Bar in der Nähe der Rezeption, über die bequemen Lederstühle, -sessel und -sofas, das ausgesprochen freundliche Team und dann wird man von Ausflügen erzählen in die Domstadt Erfurt , zur Wartburgstadt Eisenach und in die verschwiegene Landschaft des Schwarzatals…

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8-Tage-Seniorenreise schon ab € 295,- p.P.

Stolze Städte, Schlösser, Burgen im Thüringer Land

Gotha, Eisenach, Wartburg & Schloss Friedenstein

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